Die Alexander-Technik ist ein spezielles Körpertraining, das der bewussten Lösung von Verspannungen dienen soll. Negative Gewohnheiten, wie Fehlhaltungen des Körpers, die oft reflexartig eingenommen werden, sollen dabei selbstständig erkannt und verändert werden. Ziel ist das langfristige Wiedererlangen einer Körperhaltung, die eine maximale Beweglichkeit bei minimaler Belastung ermöglicht.
Das Verfahren wurde von dem australischen Schauspieler Frederick Mattias Alexander (1869-1955) entwickelt. Ihm versagte auf der Bühne immer wieder die Stimme und da ihm keine Behandlung auf Dauer helfen konnte, suchte er nach Ursachen und Auswegen. Lockerungsübungen lösten das Problem mit der Stimme und führten zu einer insgesamt verbesserten Körperhaltung. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus entstand ein umfassendes Körpertraining.
Die Grundlage der Alexander-Technik basiert auf dem Verständnis, dass körperliche Angewohnheiten einen wesentlichen Einfluss auf die Handlungen im Alltag haben.
Wie funktioniert die Alexander-Technik?
Nach der Alexander-Technik steht das Verhältnis von Kopf, Hals, Nacken und Rumpf grundlegend im Mittelpunkt und wird unter dem Begriff „Primärkontrolle“ zusammengefasst. Die Alexander-Technik setzt an der Kopfhaltung an. Der Lehrer beobachtet, ob von ihr eine Verspannung des gesamten Bewegungsapparates ausgeht. Er analysiert, welche Haltung beim Sitzen, Stehen oder Gehen eingenommen wird und wie alltägliche Bewegungen ablaufen. So kann er erkennen, ob sich Gewohnheiten ausgebildet haben, die einen harmonischen Bewegungsablauf verhindern.
Bei der Alexander-Technik vermittelt der Trainer den Übenden mit sanft aufgelegter Hand auch minimale Verspannungen wahrzunehmen. Mit gezielter Korrektur leitet er ihn an, Bewegungen physiologisch richtig auszuführen. Die von Matthias Alexander entwickelten Übungen werden meistens vor dem Spiegel durchgeführt, dabei werden bestimmte Elemente wie „den Kopf freischwebend waagerecht halten“, „die Schultern breit machen und lächeln“ immer wieder unter dieser Selbstkontrolle vor dem Spiegel ausgeführt. Nach etwa fünf bis zehn Übungsstunden bildet sich eine neue Körperwahrnehmung heraus. In der Folge können bisher eingeschränkte Bewegungen, wie zum Beispiel Armbewegungen bei Schulterschmerzen, trainiert und optimiert werden.
Für wen eignet sich die Alexander-Körpertherapie?
Die Alexander-Technik ist insbesondere für Menschen sinnvoll, die einberufliches Interesse an guter Körperhaltung und Stimmführung haben, wie zum Beispiel Schauspieler, Musiker oder Tänzer. Die Methode ist aber auch für Berufstätige geeignet, deren Belastung zu einer verspannten Körperhaltung führen kann, zum Beispiel Krankenschwestern, oder aber für Personen, die viel am Bildschirm arbeiten.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Allgemein verläuft das Erlernen der Alexander-Technik in einem sehr langsamen Tempo. Das sorgt dafür, dass sich der zu Behandelnde jeder kleinsten Veränderung seiner Haltung bewusst werden kann. Die Unterrichtsmethoden sind dabei sprachliche Anweisungen sowie leichte, manuelle Korrekturen der Haltung des Teilnehmers. Spezielle Übungen gibt es im Rahmen der Alexander-Therapie nicht, sondern es werden die alltäglichen Bewegungsmuster genutzt und korrigiert.
Womit beschäftigt sich die Alexander-Technik?
Die Alexander-Technik wird zur Verbesserung von Beschwerden eingesetzt, die infolge von Störungen des Bewegungsapparates entstehen. Dazu gehören:
Rückenschmerzen
Schulter- und Kopfschmerzen
Hohes Stresslevel
Vegetative und psychosomatische Beschwerden
Angstzustände
Depressionen
Ist die Wirkung wissenschaftlich bewiesen?
Vollständig bewiesen ist die Wirkung der Alexander-Technik nicht. Auch wenn einige Studien besagen, dass die Alexander-Technik einen positiven Einfluss bei chronischen Rückenschmerzen aufweist, wird sie von den Krankenkassen nicht bezahlt. Aspekte der Methode finden sich jedoch im Autogenen Training oder in der Progressiven Muskelentspannung.
Wie kann ich die Alexander-Technik erlernen?
Teilnehmer, die die Alexander-Technik umfassend erlernen möchten, sollten in etwa 15 bis 30 Lektionen in einem zeitlichen Umfang von 30 bis 50 Minuten einplanen. Die Alexander-Körpertherapie kann sowohl in der Gruppe als auch im Einzelunterricht erlernt werden.
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Akupunktur: Was ist das?
Akupunktur: Was ist das?
Die Akupunktur (lateinisch etwa: „spitzer Stich“) ist eine traditionelle chinesische Heiltherapie, bei der lange, dünne Nadeln in die Körperoberfläche des zu Behandelnden gestochen werden, um Schmerzen zu lindern und den Energiefluss im Körper zu stimulieren. Die Akupunktur ist die am weitesten verbreitete asiatische Heilmethode. Auch in Deutschland wird sie von Ärzten, Physiotherapeuten und anderen Heilberuflern zur Linderung einer Vielzahl an Beschwerden angewendet. Die Akupressur kann man als Vorläufer der Akupunktur sehen.
Wie läuft eine Akupunktur-Behandlung ab?
Die Akupunktur beruht auf der Theorie der Meridiane (Energiebahnen) und der über den ganzen Körper verteilten Energiepunkte. Die chinesische Medizin unterscheidet rund 360 solcher Punkte auf dem gesamten menschlichen Körper. Diese Punkte, auch Akupunkturpunkte genannt, werden durch gezielte Einstiche mit feinen, biegsamen Nadeln stimuliert. Um die Wirkung zu verstärken, werden die Nadeln teilweise zusätzlich gedreht oder erwärmt.
Welche Wirkung hat Akupunktur?
Die Behandlung führt, nach der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die Lebensenergie Qi wieder in ihren optimalen Fluss zurück und soll den Patienten beim Gesundbleiben oder -werden helfen.
Wer darf akupunktieren?
Eine Akupunktur-Behandlung gehört ausschließlich in die Hände erfahrener und geschulter Ärzte beziehungsweise Therapeuten. Sie kann bei professioneller Ausführung beispielsweise in der Behandlung von Schmerzzuständen oder Suchtkrankheiten sehr wirksam sein. So wird zum Beispiel bei Operationen in chinesischen Kliniken und Arztpraxen mithilfe der Akupunktur teilweise auf den Einsatz von Narkosemitteln verzichtet. Vermehrt kommen in der westlichen Heilkunde alternativ auch Strom- beziehungsweise Laser-Impulse statt Nadeln zum Einsatz (sogenannte Elektro- beziehungsweise Laserakupunktur).
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Akupressur: Was ist das?
Was ist Akupressur?
Akupressur (lateinisch etwa: „spitzer Druck“) ist eine Druckbehandlung definierter Hautpunkte und gilt als alternatives Therapiesystem. Man kann die Akupressur als Vorläufer der Akupunktur sehen. Das Wissen um diese Behandlungsart wurde durch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) überliefert. Demnach zirkulieren im Körper bestimmte Energien auf so genannten Meridianen. Von diesen Meridianen, auch Leitbahnen genannt, gibt es rund 20 Stück im Körper. An der Hautoberfläche befindet sich genau auf diesen Meridianen ein Netz von Punkten, an denen die durchströmenden Energien beeinflusst werden können. Die Meridiane und Punkte haben Entsprechungen zu bestimmten Organen und Körperteilen. Durch die Behandlung lässt sich Einfluss auf diese Partien nehmen.
Wie funktioniert Akupressur?
In der Regel findet die Stimulation der Akupressurpunkte mit Hilfe der Fingerkuppen des Therapeuten statt. Teilweise werden auch die Fingernägel oder Hilfsmittel zur Stimulation eingesetzt. Insgesamt soll es über 400 Akupressurpunkte am ganzen Körper geben, die meist in Vertiefungen zwischen den Knochen, Muskeln und Sehnen liegen.
Auf die entsprechenden Stellen wird dann zwischen fünf Sekunden bis fünf Minuten Druck aufgebaut. Die Intensität des Drucks hängt von der gewünschten Wirkung ab. Streben Sie eine beruhigende Wirkung an, sollte der Akupressurpunkt mit einem festen Druck stimuliert werden. Wünschen Sie eine anregende Wirkung, reicht ein sanfter Druck. Akupressur soll in der traditionellen Chinesischen Medizin dazu dienen, Spannungen abzubauen, Energieflüsse im Körper wieder zum Fließen zu bringen und Balance herzustellen.
Wobei hilft Akupressur?
Besonders bei kleineren körperlichen und seelischen Beschwerden ist Akupressur eine gute Möglichkeit, um auf natürliche Weise Abhilfe zu schaffen. Für fast jedes Krankheitsbild gibt es entsprechende Akupressurpunkte. Folgende Probleme können behandelt werden:
Stress
Schlafstörungen
Schmerzen und Muskelverspannungen
Menstruationsbeschwerden
Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen
Nervosität
Müdigkeit und Erschöpfung
Übelkeit
Magen-Darmbeschwerden
Die Wirkung kann entweder sofort spürbar sein oder tritt nach 15 bis 20 Minuten ein. Bei einer Selbstbehandlung führen Sie die Akupressur am besten dreimal täglich durch: morgens, mittags und abends. Zwischen den Behandlungen sollte eine Pause liegen, damit sich der Effekt auch bemerkbar machen kann.
Wo kann man Akupressur lernen?
Akupressur kann in Kursen als Selbstmassage erlernt werden und soll sich auch als wirkungsvolle Ergänzung anderer Therapieverfahren eignen. Allerdings empfiehlt sich im Falle einer Eigentherapie von andauernden Schmerzzuständen unbedingt eine Klärung der Ursachen durch einen Arzt. Denn es könnte die Gefahr bestehen, dass mit der Unterdrückung der Schmerzen behandlungsbedürftige Erkrankungen übersehen werden. Die japanische Variante der Akupressur ist Shiatsu.
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AHA-Fruchtsäure-Behandlung: Was ist das?
AHA-Fruchtsäure: Was ist das?
Die Alpha-Hydroxy-Säure (kurz: AHA-Fruchtsäure) ist eine natürliche Säure, die hauptsächlich aus Obst gewonnen wird und die Fähigkeit besitzt, die Gesundheit der Haut auf verschiedene Arten und Weisen zu fördern. Zu den AHA-Fruchtsäuren gehören:
Glykolsäure (Glycolic Acid)
Milchsäure (Lactic Acid)
Apfelsäure (Malic Acid)
Zitronensäure (Citric Acid)
Weinsäure (Tartaric Acid)
In der Kosmetik wird AHA-Fruchtsäure zum Peeling der Hautoberfläche genutzt, um die Zellerneuerung der Haut anzuregen und zu beschleunigen. Hierbei löst AHA-Fruchtsäure tote Hautzellen ab, die der Haut ein trockenes und fahles Aussehen geben und die Aufnahmefähigkeit der Haut gegenüber pflegenden Stoffen behindern. Werden diese toten Zellen entfernt, kann die Haut wieder vollkommen von pflegenden Cremes und Seren profitieren und beginnt wieder zu strahlen. Besonders wirksam ist AHA-Fruchtsäure bei der Behandlung von allgemein trockener Haut, Akne und Aknenarben und Hyperpigmentierung.
Ist AHA-Fruchtsäure ein Anti Aging-Mittel?
Seren und Cremes mit AHA-Fruchtsäure sind besonders effektiv bei der Behandlung von Alterserscheinungen. Dies liegt im grundlegenden daran, dass bei regelmäßiger Anwendung die kollagenen Fasern tief in der Haut angeregt werden. So kann die Haut neu aufgebaut werden, wächst widerstandsfähiger und fester nach und Fältchen werden geglättet. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die Hautbarriere durch die AHA-Fruchtsäure gestärkt wird und in Folge dessen weniger Wasser verliert und mehr Feuchtigkeit binden kann. Das Ergebnis: Die Haut wirkt frischer und jugendlicher.
Gibt es eine besonders wirksame AHA-Fruchtsäure?
Als bewährter Wirkstoff unter den AHA-Fruchtsäuren hat sich Glykolsäure bewiesen, da sie die kleinste Molekülgröße besitzt und dadurch am leichtesten ganz tief in die Haut gelangt. Sie kann erfolgreich dehydrierte und abgestorbene Hautzellen lösen und im gleichzeitig den Hauterneuerungsprozess beschleunigen. Da es ab einem Alter von ungefähr 25 Jahren zunehmend schwieriger für den Körper wird, abgestorbene Zellen abzustoßen, kann man die Haut wunderbar mit einem AHA-Fruchtsäure-Peeling unterstützen.
Allerdings wird für eine optimale Wirkungsweise eine Konzentration der Glykolsäure von mindestens fünf Prozent benötigt. Da die Säure bei zu hoher Konzentration reizende Eigenschaften besitzt, sollte man die Dosierung nur langsam und vorsichtig steigern. Ein leichtes Brennen oder eine leichte Rötung nach der Anwendung ist normal, die Begleiterscheinungen verschwinden meist nach kurzer Zeit. Außerdem wird die Haut nach der Behandlung mit AHA-Fruchtsäure empfindlicher gegenüber Sonnenlicht, da sie durch die abtragende Eigenschaft des Peelings dünner wird. Achten Sie deshalb auf ausreichenden Sonnenschutz.
Ist das Peeling für jeden Hauttyp geeignet?
Allgemein eignet sich ein AHA-Fruchtsäure-Peeling für jeden Hauttypen, trotzdem sollten sich Menschen mit einer sehr empfindlichen Haut im Vorfeld von einem Facharzt behandeln lassen, um ungewollte Verbrennungen oder Rötungen zu verhindern. Auch Couperose-Patienten sollten eher auf ein AHA-Fruchtsäure-Peeling verzichten, dieses verstärkt nämlich die Durchblutung der Haut und ist bei einer Couperose-Erkrankung nicht förderlich. Ebenso an Herpes oder Viruswarzen leidende Menschen sollten von einer Anwendung absehen, da die Ausbreitung der Viren durch das Verreiben des Peelings gefördert werden kann.
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Achtsamkeit: Was bedeutet das?
Was bedeutet Achtsamkeit?
Achtsamkeit bedeutet ganz im Hier und Jetzt zu sein und den Augenblick mit allen Sinnen und ohne Wertung wahrzunehmen. Dadurch kann ein anderer Blickwinkel auf die alltäglichen Dinge im Leben entstehen. Mit Achtsamkeit ist es möglich, eine Rolle des neutralen und wertfreien Beobachters einzunehmen und somit Abstand von Gefühlsdramen zu nehmen. Damit dies gelingt, werden das Beobachten und die Wertfreiheit als erstes besonders gut und intensiv gelernt. Achtsamkeit ist daher viel mehr, als eine Form der Entspannung. Ziel ist es, selbst die schwierigsten Situationen möglichst souverän zu meistern.
Wo kommt Achtsamkeit her?
Die Achtsamkeit ist eine jahrtausendealte Lebensphilosophie, deren Wurzeln im Buddhismus liegen. Hierbei geht es um die vier Grundlagen der Achtsamkeit:
auf den Körper
auf die Gefühle
auf den Geist
auf das Äußere
In der westlichen Welt wurde die Methode der Achtsamkeit in den 1970er-Jahren durch den amerikanische Mediziner John Kabat-Zinn etabliert. Die von Kabat-Zinn entwickelte „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“ (Mindfulness-Based Stress Reduction, kurz: MBSR) ist eine nicht-religiöse Art der Meditation. Sie gilt heute als am besten erforschte Meditationsform, die zunehmend Anwendung in der Psychotherapie und dem Coaching findet.
Wie wirkt Achtsamkeit?
Bei der Achtsamkeitsmeditation wird der Autopilot des Alltags ausgeschaltet und die Aufmerksamkeit gezielt auf das aktuelle Erleben gerichtet. Was empfinde, schmecke, rieche ich? Wohin wandern meine Gedanken? All das wird ganz neutral, ohne jede Wertung wahrgenommen. Dadurch wird die automatische Reaktion auf eine Situation unterbrochen und die verschiedenen Möglichkeiten zu reagieren werden bewusst. Das hilft, im Alltag gelassener zu werden und besser mit stressigen Situationen umzugehen.
Außerdem erzielt die Methode von John Kabat-Zinn, die Achtsamkeits- und Yoga-Übungen mit Meditationen verbindet, nachgewiesen positive Auswirkungen auf den Körper. So fährt schon nach einigen Wochen des Übens die Produktion von Stresshormonen herunter, der Blutdruck sinkt, die Muskulatur lockert sich und auch das Immunsystem wird gestärkt. Achtsamkeitstraining kann also gezielt zur Stressbewältigung und Burnout-Prävention eingesetzt werden. Aber auch bei Schmerzpatienten hat die Lehre eine positive Wirkung, denn es kann bewusst der Umgang mit dem eigenen Körper und Schmerzen erlernt werden.
Warum ist Achtsamkeit so wichtig?
Achtsamkeit hilft in jeder Alltagssituation. Es ist eine Art Gehirnjogging, mit dessen Meditationsübungen die Ruhebereiche im Gehirn trainiert werden. Das Gewohnheitsmuster bezüglich des Denkens und Handelns in Stresssituationen kann durch die neue „Es ist wie es ist“-Haltung durchbrochen werden. Dadurch werden in Stresssituationen und Konflikten negativ aufkommende Gefühle schwächer und mit einer gewissen Gelassenheit hingenommen. Natürlich ist dieses Ziel der „ruhigen Mitte“ mit einem intensiven und am besten täglichen Training verbunden.
Gleichzeitig erreicht man mit Achtsamkeit auch mehr Zufriedenheit. Die Wahrnehmung und den Geist offen zu halten, nichts hinzuzufügen und zu bewerten ist wie eine große Last, die von den Schultern fällt. Mit Achtsamkeit erlebt man zwar den gleichen Tag wie ohne Achtsamkeit, allerdings nimmt man ihn ganz anders wahr. Stressigen und negativen Gefühlen wird kein Raum mehr geboten, stattdessen ist man bei sich selbst, in der jeweiligen Situation und kann das Leben einfach genießen.
Wie kann man Achtsamkeit lernen?
Achtsamkeit lernen kann man in verschiedenen Seminaren, die unter anderem auch in Wellnesshotels angeboten werden. Das in der Regel mehrwöchige Achtsamkeits-Training wird zum Beispiel in Kliniken zur Behandlung chronischer Beschwerden, wie Depressionen, Ängsten, chronischen Schmerzen, Kopfschmerzen und Herzproblemen eingesetzt. In den kürzeren Seminaren werden in der Regel Methoden gelernt, wie Achtsamkeit im Alltag praktiziert werden kann.
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Biosauna: Was ist das?
Was ist eine Biosauna?
Die Biosauna ist eine kreislaufschonende Saunavariante und unterscheidet sich vor allem durch drei Faktoren von der traditionellen Finnischen Sauna:
Bei der Biosauna liegt die Temperatur nur bei rund 60 Grad Celsius, bei der Finnischen Sauna bei etwa 85 bis 95 Grad Celsius.
Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit höher. Während sie bei der Finnischen Sauna bei 15 bis 30 Prozent liegt, beträgt sie bei der Biosauna bei rund 45 Prozent.
Der dritte große Unterschied ist die Kombination mit Farblicht. Bei der Finnischen Sauna sind verschiedene Aufgüsse mit Kräutern üblich. Bei der Biosauna leuchten in zeitlichen Abständen unterschiedliche Farben auf.
Wie wirken die Farben in der Biosauna?
Da Farbe und Licht den menschlichen Organismus beeinflussen und biologische Funktionen regeln, können mit Farblicht durch die vier Spektralfarben verschiedene ausgleichende Wirkungen erzielt werden. Den Farben werden dabei unterschiedliche Eigenschaften zugesprochen:
Die Farbe Blau soll beruhigend und entspannend wirken. Zudem kann sie den Sauerstoffgehalt im Blut erhöhen.
Die rote Farbe hat die entgegengesetzte Wirkung und regt eher an. Zudem werden der Farbe Rot positive Effekte bei Hauterkrankungen zugeschrieben, unter anderem bei Ekzemen und Akne.
Die grüne Farbe soll eine regenerierende und erholsame Wirkung haben und den Heilungsprozess bei chronischen Erkrankungen unterstützen.
Die sommerliche gelbe Farbe gilt als stimmungserhellend. Sie erzeugt eine unbeschwerte Atmosphäre und soll bei Depressionen helfen.
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Biofeedback: Was ist das?
Was ist Biofeedback?
Biofeedback beschreibt das aktive Beeinflussen des Nervensystems durch den Menschen und gilt als Verfahren der Verhaltensmedizin. Dabei geht es in erster Linie darum, die Signale des eigenen Körpers zu erkennen und wahrzunehmen. Hierfür ist der Gast an elektrische Sensoren angeschlossen, mit denen er Informationen (feedback) über den Körper (bio) erhält. Gemeinsam mit einem Biofeedback-Therapeuten lernen Interessierte, scheinbar unbewusst ablaufende Körpervorgänge aktiv zu steuern. Die Biofeedback-Methode wird eingesetzt, wenn jemand seine Atmung, den Blutdruck, Herzschlag oder die Muskelspannung aktiv beeinflussen möchte. Die Therapie gilt als international anerkannt.
Wie läuft die Therapie ab?
Im Rahmen einer Biofeedback-Therapie im Wellnesshotel beginnen Therapeut und Gast mit einem Erstgespräch. Der Therapeut hilft dem Gast, die Wahrnehmung seiner eigenen Körperfunktionen zu steigern, in dem der Gast seine Beschwerden ausspricht und akzeptiert. Dieser Schritt ist bedeutend, da Vielen gar nicht bewusst ist, woher der Stress, das unwohle Gefühl oder die Unzufriedenheit kommen. Therapeut und Wellness-Gast versuchen dabei, mögliche Ursachen und Hintergründe zu ermitteln. Im Erstgespräch geht es außerdem darum, die Therapie in ihren Einzelheiten zu erklären.
Zu Beginn der Therapie macht der Teilnehmer dann einen Stresstest. Neben der Atmung und Muskelspannung ist auch der Puls ein ausschlaggebendes Kriterium, um den Stresswert des Wellness-Gasts im Rahmen der Biofeedback-Therapie zu erkennen. Der Stresstest dauert mehrere Minuten, bei dem der Gast auf einem Monitor sieht, wie seine Körperfunktionen auf unterschiedliche Reize reagieren. Der Teilnehmende soll sich beispielsweise entspannen, um dann unerwartete Stressmomente zu erleben und die Reaktion seines Körpers auf dem Monitor zu sehen.
Die Stressoren haben unterschiedliche Intensität, sodass sich der teilnehmende Hotel-Gast nicht auf eine mögliche nächste Phase einstellen kann. In der Auswertung sehen Biofeedback-Therapeut und Gast, auf welche Parameter der Gast besonders reagiert. Da jeder Körper anders ist, gibt es auch individuelle Stressmuster. Anhand der Ergebnisse, wie gut sich der Teilnehmende entspannen kann und welche Reize am meisten Stress auslösen, erstellen Therapeut und Teilnehmer ein mehrtägiges Programm, das sich in Länge und Intensität unterscheiden kann.
Welche Biofeedback-Methoden gibt es?
Der Therapeut verwendet möglicherweise verschiedene Biofeedback-Methoden, die auf persönliche gesundheitliche Probleme und Ziele abgestimmt werden. Dazu gehören zum Beispiel ein Pulssensor, Atemgurte sowie Schweiß- oder Temperaturmessgeräte. In verschiedenen Anspannungs- oder Entspannungsmomenten sieht der Biofeedback-Teilnehmer auf einem Diagramm direkt die Signale des eigenen Körpers: Auf was reagiere ich besonders? Welche Anzeichen kann ich bei Stress oder Schmerzen noch erkennen? Der Therapeut gibt dem Teilnehmer Anweisungen, um die ersten Schritte zur Selbstkontrolle und Selbstbeherrschung durchführen zu können. Je nach Einsatzbereich fallen diese unterschiedlich aus. Bei einer Biofeedback-Therapie für einen Migräne-Patienten lernt dieser zum Beispiel, die Nackenmuskulatur bewusst zu entspannen.
Zu den verschiedenen Biofeedback-Methoden gehören:
Gehirnwellen: Diese Methode verwendet Kopfsensoren, um Gehirnwellen mithilfe eines Elektroenzephalographen (EEG) zu überwachen.
Atmung: Während des respiratorischen Biofeedbacks werden Bänder um Bauch und Brust gelegt, um das Atmungsmuster und die Atemfrequenz zu überwachen.
Puls: Bei dieser Art von Biofeedback werden Finger- oder Ohrläppchensensoren oder Sensoren an Brust, Unterleib oder Handgelenken mit einem Elektrokardiographen (EKG) angebracht, um die Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität zu messen.
Muskel: Bei dieser Methode des Biofeedbacks werden Sensoren mit einer Elektromyographie (EMG) über den Skelettmuskeln platziert, um die elektrische Aktivität zu überwachen, die Muskelkontraktionen verursacht.
Schweißdrüsen: Sensoren, die mit einem Elektrodermographen (EDG) an die Fingern, an der Handfläche oder am Handgelenk angebracht sind, messen die Aktivität der Schweißdrüsen und die Menge an Schweiß auf der Haut.
Temperatur: An den Fingern oder Füßen angebrachte Sensoren messen den Blutfluss in der Haut. Da die Temperatur bei Stress häufig sinkt, kann ein niedriger Messwert dazu führen, dass das Programm mit Entspannungstechniken beginnt.
Wie funktionieren Biofeedback und Neurofeedback?
Die Biofeedback-Therapie funktioniert über die direkte Ansicht der Körperreaktionen auf einem Monitor. Durch diese Aufzeichnungen erkennt und spürt der Gast, wie er scheinbar unbeeinflussbare Funktionen des Körpers aktiv beeinflussen kann. Ein Beispiel hierfür ist Migräne. Der Gast lernt nun gemeinsam mit dem Behandelnden, wie er seine Nackenmuskulatur entspannt, sodass zumindest ein Auslöser der Schmerzen behandelt wird.
Neurofeedback bezieht sich dabei konkret auf die Gehirnaktivitäten. Um eine bessere Rückmeldung des eigenen Körpers zu erlernen, wird bei dieser Form der Therapie ein besonderer Fokus auf das zentrale Nervensystem im Gehirn gelegt. Ähnlich wie beim Biofeedback werden mit Hilfe eines Computers die Körperfunktionen wieder gespiegelt. Das Neurofeedback wird auch als EEG-Biofeedback bezeichnet.
Wann wird Biofeedback eingesetzt?
Biofeedback-Therapien sind bei unterschiedlichen Symptomen einsetzbar. Im Allgemeinen geht es darum, dass der Patient es schafft, seine eigenen körperlichen Aktivitäten zu erkennen und zu steuern. Bei der Therapie spiegelt der Teilnehmer sein eigenes Inneres, um bisher unbewusste Körperfunktionen aktiv beeinflussen zu können. Biofeedback-Therapien können in folgenden Bereich eingesetzt werden:
Als Ergänzung der Therapie bei psychosomatischen Störungen (zum Beispiel Angststörungen)
Die Biofeedback-Therapie hat weder Nebenwirkungen, gilt als schmerzfrei und ist mit anderen medizinischen oder psychologischen Maßnahmen kombinierbar. Im besten Fall besteht für den Patienten nach Abschluss der Therapie die Möglichkeit, die Medikation einzustellen. Folgende Vorteile sprechen für eine Biofeedback-Therapie:
Sie ist nicht invasiv
Sie kann den Bedarf an Medikamenten reduzieren oder beseitigen
Sie kann eine Behandlungsalternative für diejenigen sein, die keine Medikamente vertragen
Sie kann eine Option sein, wenn Medikamente nicht die gewünschten Erfolge bringen
Sie kann unter bestimmten Bedingungen während der Schwangerschaft eine Alternative zu Medikamenten sein
Sie sorgt dafür, dass sich Menschen aktiv um ihre Gesundheit zu kümmern
Wie lange dauert eine Biofeedback-Therapie?
Die Dauer einer Biofeedback-Therapie kann nicht verallgemeinert bestimmt werden. Gast und Therapeut müssen im Vorfeld die gewünschten Punkte und die Intensität der Behandlung absprechen. Im besten Falle entscheiden beide Parteien dann gemeinsam, wie lange die Biofeedback-Therapie sinnvoll ist. Es besteht auch die Möglichkeit, die Therapie beim nächsten Besuch im Wellnesshotel fortzuführen und an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen.
Wer übernimmt die Kosten?
Die Biofeedback-Therapie ist keine Kassenleistung und wird daher vom Patienten selber bezahlt. Im Rahmen eines Wellnessaufenthalts sind die Kosten für die Biofeedback-Therapie nicht im Aufenthalts-Preis enthalten.
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Peeling: Was ist das?
Was ist ein Peeling?
Schon im alten Ägypten soll es Behandlungen gegeben haben, die dem heutigen oberflächlichen Peeling entsprechen. Dabei wird die oberste Hautschicht mechanisch oder chemisch entfernt. Je nachdem, wie aggressiv und wie tief die Haut behandelt wird, spricht man bei den chemischen Peelings von oberflächlichen, mitteltiefen oder tiefen Behandlungen.
Das chemische Peeling:
Es gibt unterschiedliche chemische Peelingarten:
Fruchtsäurepeeling (zum Beispiel Glykolsäure, die aus Zuckerrohr gewonnen wird, AHA-Peeling genannt)
TCA-Peeling (Trichloressigsäure-Peeling)
Salicylsäure-Peeling
Lipo-Hydroxy-Säure (LHA-Peeling)
Durch das chemische Peeling dringen Säuren unterschiedlich tief in die oberen Hautschichten ein. Alte Hautschüppchen und Hornschichten lösen sich und dadurch wird die Oberhaut zur Neubildung vonZellen angeregt. Im Gegensatz zu einem normalen Peeling regt ein chemisches Peeling die Collagenbildung in den tieferen Hautschichten an. Feine Falten werden somit geglättet, Pigmentunregelmäßigkeiten ausgeglichen und die Porengröße verfeinert. Durch eine gleichzeitige Wachstumshemmung von Akne verursachenden Bakterien werden auch Hautunreinheiten verbessert. Nach einem chemischen Peeling ist die Haut oft leicht gerötet und darf rund drei Monate lang keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Aus diesem Grund sollte ein chemisches Peeling im Winter durchgeführt werden, da die Sonneneinstrahlung weniger intensiv ist. Nach einem chemischen Peeling braucht die Haut sehr viel Pflege, da sie zu Rötungen und Pigmentstörungen neigt.
Das mechanische Peeling:
Bei einem mechanischen Peeling werden Substanzen wie zum Beispiel Zuckerkristalle oder zerstoßene beziehungsweise zermahlendeKerne von Pfirsichen oder Aprikosen auf die Haut aufgebracht und wieder abgesaugt. Durch diesen Vorgang werden die abgestorbenen Hautzellen der obersten Hautschicht entfernt. Dieser Vorgang soll die Tiefe der Falten reduzieren, zur Straffung und Elastizität der Haut beitragen, die Durchblutung fördern und die Wirkstoffaufnahme der Haut optimieren. Der Effekt: weichere, glattere Haut. Allerdings sollte man die Haut nicht zu oft mit einem Peeling behandeln, da die oberste Hautschicht auch eine natürliche Barriere gegen Umwelteinflüsse bildet. Wird sie zu oft abgetragen, bilden sich Schüppchen, die Haut reagiert gereizt, wird schnell trocken und es bilden sich Hautrötungen.
Ein normales Peeling kann ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden. Danach sollte die Haut mit einem milden, Feuchtigkeit spendenden Gesichtswasser behandelt werden. Danach kann die übliche Pflege aufgetragen werden.
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Osteopathie: Was ist das?
Woher stammt die Osteopathie?
Die Osteopathie wurde von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet. Still hatte eine ganzheitliche Sichtweise auf den menschlichen Körper und nahm ihn als untrennbare Einheit wahr. Zu seiner Philosophie gehörte auch der Gedanke, dass die Menschen alle Möglichkeiten zur Genesung bereits in sich tragen und lediglich die Selbstheilungskräfte aktiviert werden müssen. In der Bewegung sah er eines der grundlegenden Prinzipien des Lebens.
Der Osteopathie liegt der Gedanke zugrunde, dass der menschliche Körper dauerhaft in Bewegung ist. Auch im Schlaf schlägt das Herz, hebt sich der Brustkorb beim Atmen und arbeiten die inneren Organe. Wenn an bestimmten Stellen des Körpers Bewegungseinschränkungen auftauchen (zum Beispiel Rückenschmerzen), kann dies – so die Osteopathie – der Beginn von Krankheiten sein. Denn schon kleine Verspannungen können den Bewegungsfluss des Körpers behindern und zu Unwohlsein führen. Die freie Beweglichkeit und Dynamik aller Körperteile wird daher in der Osteopathie als Grundvoraussetzung für eine Heilung betrachtet.
Was bedeutet das Wort?
Das Wort Osteopathie setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern osteon (= Knochen) und pathos (= Leiden) und bedeutet somit in direkter Übersetzung „Knochenleiden“. Dies sollte jedoch nicht zur Verwirrung führen, denn bei der Osteopathie geht es um die Wiederherstellung der Beweglichkeit des Körpers und damit um die Behebung beziehungsweise Prävention von Schmerzen.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Vor jeder osteopathischen Behandlung steht eine ausführliche Anamnese, in der die Krankheitsgeschichte des Patienten erfragt wird. Dabei geht es um weit mehr als nur überstandene Kinderkrankheiten oder zurückliegende Operationen. Zahlreiche weitere Faktoren können wie „Altlasten“ auf den Organismus einwirken und die Gesundheit beeinträchtigen. Hierzu zählen zum Beispiel mögliche Stürze oder Unfälle, an die sich der Patient oft erst auf Nachfrage erinnert. Weitere Auslöser für Funktionsstörungen können zum Beispiel sein:
Allergien
chronische Erkrankungen
schlechte Ernährungsgewohnheiten
Medikamenteneinnahme
seelische Belastungen
Wie erstellt der Osteopath eine Diagnose?
Die Diagnose erfolgt ausschließlich mit den Händen, ohne Medikamente oder chirurgische Eingriffe. Die Osteopathie gehört daher zu den manuellen Therapien. Durch Tasten versucht der Osteopath, Funktionsstörungen aufzuspüren, die das normale Fließgleichgewicht (Homöostase) im Körper behindern. Aus osteopathischer Sicht stehen solche Einschränkungen des Fließgleichgewichts oft am Beginn von Beschwerden oder Erkrankungen, da jedes Organ oder Körperteil optimale Bewegungsfreiheit braucht, um perfekt zu funktionieren. Ist dies nicht mehr gewährleistet, kann es zu den unterschiedlichsten Problemen kommen, wie zum Beispiel:
Muskeln können sich nicht mehr dehnen und verhärten oder verkümmern
Knochen werden dünner
Organe können ihre Funktion reduzieren
Die Diagnose erfolgt, indem der Behandler mit den Fingern und Handflächen die Bewegungen und Strukturen seines Patienten ertastet. Jeder Teil des Körpers führt spezifische Bewegungen aus:
Gelenke
Sehne n
Gefäße
Muskeln
Organe
Ertastet der Therapeut eine veränderte Bewegung, kann er hieraus Rückschlüsse auf eine Funktionsstörung ziehen. Auf diese Weise werden zunächst die Ursachen der Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, aufgespürt. Spannungen in Muskeln, Knochen und Bindegewebe geben Hinweise, wo Körperfunktionen und Organe beeinträchtigt sind.
Welche Behandlungstechniken gibt es?
In der Osteopathie gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, um dem betroffenen Körperteil die ursprünglichen Bewegungsmöglichkeiten zurückzugeben. Oft kommen die folgenden vier Techniken zum Einsatz:
Parietale Osteopathie:
Sie ist die älteste Heilmethode in der Osteopathie und die Grundlage der heutigen osteopathischen Behandlungstechniken. Ein Schüler Stills, der Engländer Dr. John Martin Littlejohn (1865-1947), brachte die Osteopathie aus den USA nach Europa und gründete in London die heute noch existierende British School of Osteopathy.
Die Parietale Osteopathie behandelt Störungen des Bewegungsapparates, also der Knochen, Muskeln, Faszien und Gelenke. Wenn zum Beispiel ein Gelenk eingeschränkt oder verletzt ist, kompensiert das andere Gelenk. Das gilt auch für die Muskulatur. Ein anderer Muskel übernimmt die Arbeit. Ziel der Parietalen Osteopathie ist es, die Kompensation zu finden und das ursprüngliche Leiden zu beheben. Der Kompensationsschmerz aufgrund der Belastung verschwindet dann ebenfalls.
Myofasciale Osteopathie:
Der Begriff „myofaszial“ setzt sich aus „myo“ für Muskeln und „faszial“ für Faszien zusammen. Faszien sind Strukturen aus Bindegewebe, die alle Muskeln und Organe umgeben. Da diese am ganzen Körper miteinander verbunden sind, können Störungen an einem Bereich zu Schmerzen an einem anderen Körperteil führen. Mithilfe der myofaszialen Techniken kann der Therapeut diese Funktionsstörungen an den Muskeln und Faszien ausfindig machen und sie sanft behandeln. Durch verschiedene Druck- und Zugtechniken soll die Durchblutung im Gewebe angeregt und dadurch eine bessere Gewebespannung erreicht werden.
Kraniosakrale Osteopathie:
Eine Weiterentwicklung der Osteopathie ist die Kraniosakrale Osteopathie. Der Erfinder dieser Behandlungsmethode, Dr. William Garner Sutherland, war ebenfalls ein Schüler Stills. Er erforschte ausführlich die Anatomie des Schädels und seiner Nähte und entdeckte eine langsame, feine und eigenständig pulsierende Bewegung, die nicht im Zusammenhang mit der Atmung oder dem Herzschlag steht. Diese sogenannte „primäre Respirationsbewegung“ war die Grundlage dafür, mit verschiedensten Techniken Störungen im Bereich des Schädels sowie an der Wirbelsäule bis hin zum Steißbein zu lösen.
Viszerale Osteopathie:
Die jüngste Entwicklung der Osteopathie fand schließlich in der 1980er-Jahren in Frankreich statt. Die zwei französischen Therapeuten Jean-Pierre Barral und Jacques Weischenk erforschten ausführlich die inneren Organe. Die viszerale Osteopathie beschäftigt sich vor allem mit der Auswirkung von Organstörungen auf den Bewegungsapparat, das Nervensystem und die Extremitäten.
Für wen ist Osteopathie geeignet?
Die Behandlung kann bei vielen Krankheiten und Beschwerden vorbeugend oder therapeutisch begleitend eingesetzt werden. Viele Menschen wenden sich bei Rückenschmerzen an einen Osteopathen. Die Osteopathie richtet sich sowohl an Säuglinge, Babys und Kinder als auch an Erwachsene. Die Vorgehensweise des Osteopathen sowie die Anzahl und Dauer der Sitzungen hängen von der individuellen Erkrankung und Vorgeschichte des Patienten ab. Ziel ist es jedoch immer, die individuellen Selbstheilungskräfte zu stärken.
Welche Beschwerden werden behandelt?
Bewegungsapparat:
Fuß
Knie
Hüfte
Schulter
Ellbogen
Sehnenscheide
Meniskus
Internistischer Bereich:
Magen
Darm
Lunge
Speiseröhre
Zwerchfell
HNO und Kopfbereich:
Kopf
Augen/Ohren
Nasennebenhöhlen
Kiefergelenk
Rücken/Becken:
Halswirbelsäule
Brustwirbelsäule
Lendenwirbelsäule
Bandscheiben
Kreuzbein
Steißbein
Becken
Gibt es Bedenken?
Die Osteopathie ist ein wichtiges Naturheilverfahren, dessen Wirkung jedoch umstritten ist. So gibt es bislang wenige wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit der Osteopathie bestätigen. Dennoch wird die Therapie von vielen Patienten als sehr angenehm und hilfreich empfunden.
Wer darf osteopathische Techniken anwenden?
Osteopathie gilt in Deutschland als Heilkunde und darf nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden. Die behandelnden Ärzte und Heilpraktiker sind entweder Mitglied in einem osteopathischen Fachverband oder verfügen über eine Ausbildung, die zum Beitritt in einen solchen Verband berechtigt.
Physiotherapeuten oder Masseure dürfen keine osteopathischen Behandlungen anbieten, ohne als Arzt oder Heilpraktiker zugelassen zu sein.
Auch wenn die Behandlung in der Osteopathie nur sehr sanft und schonend abläuft, sollten sich Interessenten grundsätzlich nur in die Hände eines gut ausgebildeten Therapeuten begeben. Dieser hat – wenn er über keine medizinische Vorbildung verfügt – eine fünf Jahre andauernde Ausbildung absolviert, die mit einer wissenschaftlichen Arbeit abgeschlossen wird. Um die sogenannten „osteopathischen Läsionen“ oder „Dysfuntionen“ überhaupt aufspüren zu können, müssen Osteopathen über ausgezeichnete Kenntnisse in der Anatomie des Menschen haben und gute Physiologen sein. Sie müssen genau wissen, wo welche Strukturen liegen und welche Funktionen sie im Organismus haben.
Werden die Kosten übernommen?
Mittlerweile bieten viele gesetzliche Krankenkassen eine vollständige oder mindestens teilweise Kostenübernahme für eine Osteopathie-Behandlung an. Manche Krankenkassen verlangen eine ärztliche Bescheinigung, dass die Behandlung medizinisch veranlasst ist.
Die Kostenübernahme bei den Privaten Krankenkasse für eine Osteopathie-Behandlung erfolgt häufig auf Grundlage der Gebührenordnung für Heilpraktiker. Diese ist abhängig vom gewählten Tarif.
Wann hilft Osteopathie nicht?
Grundsätzlich sollte vor einer Behandlung beim Osteopathen mit einem Facharzt abgeklärt werden, welche Ursachen den Symptomen zugrunde liegen.
Nicht behandelt werden können:
akute Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
Verletzungen, wie Knochenbrüche, Wunden oder Verbrennungen
schwere Erkrankungen, wie Krebs
Auch psychische Erkrankungen können mit der Osteopathie nicht geheilt werden.
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Ohrenkerzenbehandlung: Was ist das?
Wie läuft eine Ohrenkerzenbehandlung ab?
Die Ohrenkerzenbehandlung wird mit einer sogenannten Ohrkerze durchgeführt. Mit dieser ist eine vielseitig einsetzbare Wärme- und Druckausgleichs-Behandlung möglich. Sie stammt ursprünglich von den Hopi-Indigenen aus Amerika und wird zum Beispiel bei Kopf- oder Ohrenschmerzen und Gleichgewichtsstörungenangewandt. Eine Ohrkerze besteht vorwiegend aus Honigessenzen, Bienenwachsanteilen, Salbeiöl, Kamille, Johanniskraut und naturbelassenem Leinengewebe.
Wie wirkt die Behandlung?
Beim Abbrennen der Ohrkerze entsteht ein Kaminzug nach unten, bis die Flamme ungefähr die Hälfte der Ohrkerzenlänge erreicht hat. Dies bewirkt einen leichten, kaum wahrnehmbaren Überdruck im Ohr. Hat die Flamme etwa die Hälfte der Kerzenlänge überschritten, beginnt ein Kaminzug nach oben, was zu einer Druckentlastung führen kann. Der Patient braucht keine Bedenken wegen des Feuers zu haben. Der Therapeut hält während des Abbrennvorgangs die Ohrkerze fest und beendet die Behandlung, wenn die Kerze bis zur gekennzeichneten Höhe abgebrannt ist. Auch werden nur solche Ohrkerzen verwendet, deren Wachs garantiert nicht tropft. Behandelt werden immer beide Ohren. Im Anschluss daran ruht der Gast noch 15 bis 20 Minuten.