Rasulbad: Was ist das?

Weißer Holztisch mit diversen Gegenständen für Wellnessbehandlungen
Jacqueline Schaffrath
Wellness von A bis Z

„Was ist ein Rasulbad? Wie funktioniert der Ablauf? Welche Auswirkungen hat ein Rasulbad auf meine Gesundheit? Und wie fühlt es sich an? Diese Fragen und mehr beantworten wir in unserem großen Wellness-Lexikon.“

Was ist ein Rasulbad?

Das Rasulbad steht als Begriff für eine Reinigungszeremonie. Ein meist orientalisch anmutendes Rasulbad ist häufig ein kreisförmiger Raum mit gefliesten und somit abwaschbaren Bänken. Diese sind vorgewärmt und zum Sitzen bequem ausgestaltet. Im Raum herrscht zu Beginn der Zeremonie eine Temperatur von 40 Grad Celsius. Dazu gesellt sich nach und nach eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Pärchen cremen sich mit Rasulerde im während eines Rasulbades ein

Im Rasulbad werden zunächst verschiedene Erdschlämme durch persönliches oder auch gegenseitiges Einreiben auf die Haut aufgetragen – ähnlich wie bei einem Moorbad. Mit dem ersten Dampfschub beginnt die langsame Erwärmung des Raumes, kombiniert mit einem Ansteigen der Luftfeuchtigkeit (Temperaturen ansteigend bis 46/50 Grad Celsius). Ein Duft, der von den am Ofenrost bedampften Kräutern stammt, verbreitet sich im Raum. Die inzwischen leicht angetrockneten Schlämme werden mit der ansteigenden Luftfeuchtigkeit wieder cremig, ein angenehmes Prickeln entsteht auf der Haut. Wenn man den Schlamm jetzt leicht einreibt, werden verkrustete Cremereste und teilweise abgestorbene Zellen der oberen Hautschicht entfernt – ähnlich einem Peeling.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 30 Minuten, anschließend ruhen. Nach einem ähnlichen Ritual findet die Anwendung im sogenannten Serailbad statt – Die Prozedur gleicht der des Rasulbades

Ablauf der Anwendung

Wer ein Rasulbad benutzt, der darf seine Haut – wie oben beschrieben – zunächst einmal kräftig mit (spezieller Rasul-)Erde einreiben. Diese Rasulerde ist ein Naturprodukt und reich an Mineralstoffen wie zum Beispiel:

Sie hat auf der Haut eine ähnlich pflegende Eigenschaft wie Moor oder Lehm. Die Rasulerde wird zunächst mit warmem Wasser vermischt, sodass ein homogener breiiger Schlamm entsteht. Damit wird der Körper vom Kopf über das Gesicht bis zu den Fußsohlen eingerieben. Anschließend wird das eigentliche Rasulbad betreten. In ruhiger Atmosphäre kann man sich nicht nur auf den warmen Bänken entspannen, sondern die mit Schlamm bedeckte Haut auch von seinem Partner kräftig durchkneten lassen. Dabei lösen sich Hautschuppen, die Haut wird stark durchblutet und die Mineralstoffe dringen in den Körper ein. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit bleibt der Schlamm feucht auf der Haut liegen und trocknet nicht ein.

Nach der Massage ist es auf jeden Fall sinnvoll, noch einige Zeit im Rasulbad nachzuruhen. Im Anschluss kann der Schlamm unter der Dusche abgespült werden. Die Haut fühlt sich nach der Anwendung „butterweich“ an.

Wirkung auf die Gesundheit:

Der Aufenthalt in einem Rasulbad wirkt wohltuend. Die feuchtwarme Umgebungswärme simuliert dem Körper während des Aufenthalts einen Fieberschub. Der Organismus reagiert darauf unter anderem mit der Produktion von sogenannten Antikörpern. Sie helfen dabei, das Immunsystem zu stärken und beugen somit Erkrankungen vor. Die hohe Luftfeuchtigkeit wirkt beruhigend auf die oberen Atemwege. Schleimhäute werden befeuchtet und können regenerieren. Durch die feuchte Wärme öffnen sich die Hautporen und die Minerale der Rasulerde dringen besser in die Haut ein.

Traditionell wird das Rasulbad – ähnlich dem Hamamzur Tiefenreinigung der Haut empfohlen, auch um die Talgproduktion zu drosseln. Der Natur-Schlamm hat die Wirkung eines Peelings, sorgt für die Straffung der Oberhaut und soll Entzündungsprozesse auch unterbinden können.