Reisen mit Baby: Tipps, wie der Urlaub gelingt

Junge Frau am Strand mit Baby auf dem Arm
Anna Rockenfeller
Anna Rockenfeller
So klappt das Reisen mit Baby

„Der Nachwuchs ist da und Sie möchten zum ersten Mal mit Ihrem Kind in den Urlaub fahren? Hier finden Sie zahlreiche Tipps zum Thema Reisen mit Baby: Wie die Autofahrt gelingt, was alles in die Reiseapotheke gehört und welche Urlaubsziele in Deutschland lohnenswert sind.“

Der erste Urlaub mit Kind ist für viele Eltern ziemlich aufregend. Zahlreiche Fragen treten im Vorfeld auf: Klappt das Reisen mit Baby im Auto? Was muss ich alles einpacken? Und was gehört in die Reiseapotheke fürs Kleinkind? Damit der Familienurlaub gelingt haben wir einige nützliche Tipps zusammengestellt. In diesem Text erfahren Sie:

Reisen mit Baby: wohin?

Grundsätzlich können Sie mit Ihrem Baby bereits nach ein paar Wochen die ganze Welt erkunden. Bei den meisten Fluggesellschaften dürfen Babys ab einem Alter von zwei Wochen mitfliegen. Manche Eltern nutzen ihre Elternzeit sogar extra für eine größere Weltreise. Aber warum eine anstrengende Flugreise auf sich nehmen, wenn es erstklassige Urlaubsziele sowie Babyhotels in Deutschland gibt?

Verbringen Sie doch Ihren ersten Urlaub mit Baby zum Beispiel am Meer, an Ost- oder Nordsee oder auf eine der Friesischen Inseln – Strand inklusive. Daneben gibt es in Deutschland zahlreiche Nationalparks, wie in der Eifel, im Schwarzwald oder in der Sächsischen Schweiz, die zum Erholen in der Natur einladen. Auch der Süden Deutschlands, zum Beispiel das Allgäu, stellt mit seinem Alpenpanorama ein lohnenswertes Urlaubsziel für junge Familien dar. Hier finden Sie eine Auswahl der schönsten Reiseziele in Deutschland.

Vorteile für den Urlaub mit Baby in Deutschland

8 Tipps für die Autofahrt mit Baby

Längere Autofahrten mit Kleinkindern können für Eltern und Kinder ziemlich anstrengend werden. Daher haben wir hier ein paar nützliche Tipps zusammengestellt.

Reisen mit Baby im Auto

Tipp #1: Die Wirbelsäule von Neugeborenen ist sehr empfindlich. Daher sollten Babys die meiste Zeit in liegender Position verbringen. In den meisten Autobabyschalen liegen Neugeborene jedoch in einer halbsitzenden Position, die den Rücken während der Reise belastet. Legen Sie bei längeren Autofahrten regelmäßig Pausen ein, etwa alle zwei Stunden für mindestens 30 Minuten, in denen das Baby auf Rücken oder Bauch liegen und sich ausstrecken kann.

Tipp #2: Neben dem Baby-Autositz kann die Anschaffung einer Babywiege oder -wanne empfehlenswert sein. Die Babywiege wird auf dem Rücksitz angebracht und ist genauso sicher wie eine herkömmliche Autobabyschale. Vorteil ist, dass das Neugeborene in der Babywiege liegt und somit ergonomisch korrekt mit auf Tour gehen kann.

Tipp #3: Beachten Sie, dass Babys im Autositz schnell schwitzen können. Ziehen Sie Ihr Baby daher für die Reise nicht zu warm an, sondern so, wie Sie Ihr Kind zu Hause anziehen würden. Nehmen Sie eine Decke mit, die Sie einfach und schnell über die Beine des Babys legen und wieder wegnehmen können.

4 Fragen an Hebamme Nadine Beermann

Das ist bereits direkt nach der Geburt möglich. Denn es ist ja auch nach der Entbindung im Krankenhaus die einzige Möglichkeit nach Hause zu kommen.

In geeigneten Autositzen: Ich empfehle dazu immer den ADAC-Kindersitztest, in dem regelmäßig Autositze getestet und Empfehlungen ausgesprochen werden. Außerdem muss jeder Autositz, der im Straßenverkehr unterwegs ist, ein oranges Etikett tragen nach Prüfnorm UN ECE Reg. 44 oder UN ECE Reg. 129. Also auf keinen Fall dieses Etikett entfernen.

Immer nur für den Transport. Diese Phasen kurzhalten: Gerade in den ersten Wochen ist es weder für den Rücken noch die Atmung zuträglich, die Neugeborenen lange in dieser Position zu befördern. Auch ein Baby, welches bei der Autofahrt eingeschlafen ist, sofort aus der Schale nehmen und nicht weiter in dem Autositz schlafen lassen.

Nach 2 Stunden Autofahrt empfehle ich mindestens 30 Minuten Pause. In dieser Pause sollten nicht nur die Eltern aussteigen, sich die Beine vertreten und sich einen Kaffee in der Raststätte holen, sondern auch das Baby sollte unbedingt aus der Sitzschale geholt werden. Das Baby dann auf eine gerade Unterlage legen und in unterschiedliche Positionen bewegen. Ältere Babys können auch herumrobben oder krabbeln.

Eltern, die die Babymassage erlernt haben, können mit den Massageübungen für eine gute Dehnung im unteren Rücken und in der Schulterpartie der Babys sorgen. Wenn die Autofahrt insgesamt länger als 6 Stunden in Anspruch nimmt, sollten die Eltern über eine Zwischenübernachtung nachdenken, um für die nötige Erholung zu sorgen.

Hebamme Nadine Beermann

Nadine Beermann ist freiberufliche Hebamme mit Praxis im Landkreis Fulda. Daneben bietet sie verschiedene Online-Kurse rund ums Thema Schwangerschaft an.

Weitere Tipps für die Autofahrt mit Baby

Tipp #4: Planen Sie beim Reisen mit Baby die Schlaf- und Wachzeiten ihres Kindes mit ein. Starten Sie die Autofahrt am besten, nachdem Ihr Kind gegessen hat und wieder schlafen möchte – zum Beispiel morgens nach dem Frühstück oder vor dem Mittagsschlaf. Achten Sie darauf, dass alles fertig gepackt ist. So können Sie direkt nach dem Füttern losfahren und verlieren keine unnötige Zeit.

Tipp #5: Packen Sie alles, was Sie für das Reisen mit Baby brauchen, in eine separate Tasche und legen diese griffbereit ins Auto. So müssen Sie bei einem Notfall nicht erst im Kofferraum nach dem Babygepäck suchen. Packen Sie einen Satz Wechselklamotten ein – es kann immer passieren, dass die Windel undicht ist. Nehmen Sie auch zwei Plastiktüten mit. Halten Sie zum Beispiel auf einem Rastplatz, wo es keinen Mülleimer gibt oder dieser bereits voll ist, können Sie benutzte Windeln und eventuell nasse Klamotten in die Plastiktüten packen und sicher im Auto verstauen.

Tipp #6: Da das Baby in dem Autositz rückwärts mit Blick Richtung Kofferraum fährt, können die Eltern Ihr Baby über den Rückspiegel nicht sehen. Daher ist es sinnvoll, wenn ein Erwachsener auf der Rücksitzbank bei dem Kind sitzt. So kann er schnell reagieren, wenn das Baby zum Beispiel seinen Schnuller verliert. Und der Fahrer muss nicht immer rechts ranfahren.

Tipp #7: Reisen mit Baby dauern in der Regel länger als ohne. Planen Sie daher genügend Zeit für die Anreise ein und machen Sie keine festen Ankunftszeiten aus, sodass Sie möglichst flexibel bleiben und für sich selbst weniger Stress verursachen.

Tipp #8: Sind Sie im Sommer bei sehr warmen Temperaturen mit Baby im Auto unterwegs, achten Sie auf genügend Sonnenschutz. Dafür eignen sich zum Beispiel Sonnenblenden oder Folien für die Scheiben. Sicherheitshalber können Sie Ihr Baby auch mit spezieller Kinder-Sonnencreme eincremen.

Packliste für das Reisen mit Baby im Auto

Reiseapotheke fürs Baby

Der erste Urlaub mit Baby steht an. Vielleicht sind manche Taschen schon gepackt. Was im Gepäck auf gar keinen Fall fehlen darf, ist eine Reiseapotheke für Babys. Wenn Sie Ihren Familienurlaub in Deutschland verbringen, ist es zwar zur nächsten Apotheke in der Regel nicht weit. Trotzdem ist es sinnvoll, einige bewährte Medikamente immer dabei zu haben. Dazu gehört:

Teddybär mit Verband, daneben Reiseapotheke
  • Verbandsmaterial, zum Beispiel Pflaster und Mullbinden mit Schere, sowie Einmalhandschuhe
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Fieberthermometer
  • Fieberzäpfchen oder -saft
  • Medikamente gegen Blähungen, Verstopfung und Magenbeschwerden
  • für Babyhaut geeignete Sonnencreme
  • kindgerechter Insektenschutz und Kühlgel für Insektenstiche
  • Wund- und Heilsalbe, zum Beispiel bei wundem Po
  • Medikamente gegen Durchfall sowie Elektrolyte zum Ausgleich des Mineralstoffverlusts
  • Pinzette
  • Zeckenkarte oder -zange
  • Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

Achten Sie darauf, die Reiseapotheke für Babys kindersicher unterzubringen. Optimal ist eine kleine Extratasche, in der die Medikamente kühl und trocken gelagert und transportiert werden können. Daneben sollten Sie bei allen Medikamenten, die Sie für das Reisen mit Baby einpacken möchten, das Mindesthaltbarkeitsdatum überprüfen. Wenn Sie sich bei manchen Medikamenten unsicher sind, können Sie bei Ihrem Kinderarzt nachfragen.