Craniosacral-Therapie: Was ist das?

Weißer Holztisch mit diversen Gegenständen für Wellnessbehandlungen
Jacqueline Schaffrath
Wellness von A bis Z

„Was ist die Craniosacral-Therapie? Wie funktioniert sie? Und wie arbeiten Therapeuten damit? Diese Fragen und mehr beantworten wir in unserem großen Wellness-Lexikon.“

Was ist die Craniosacral-Therapie?

Die Craniosacral-Therapie ist ein manuelles Verfahren zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten wie Angstzuständen, Asthma, Bandscheibenvorfall, Bluthochdruck, Erschöpfungszuständen oder muskulären Verspannungen. Dabei werden kaum wahrnehmbare Handgriffe im Bereich des Schädels (Cranium) und des Kreuzbeins (Os sacrum) ausgeführt, die zusammen mit der Wirbelsäule als funktionelle Einheit betrachtet werden. Die Craniosacral-Therapie ist eine von der Osteopathie (Manuelle Medizin) abgeleitete Behandlungsform.

Die Ursprünge der Craniosacral-Therapie:

Der amerikanische Osteopath William Garner Sutherland (1873-1954) ging davon aus, dass die Knochen des Schädels und des Beckens durch eine rhythmische Bewegung der Flüssigkeit, die Kopf und Wirbelkanal füllt (Liquor), verbunden sind. Krankheiten, funktionelle Störungen und Störungen des Wohlbefindens führte Sutherland auf Beeinträchtigungen dieses craniosacralen Rhythmus zurück. Er entwickelte spezielle Grifftechniken, um den ursprünglichen Rhythmus wiederherzustellen. In den siebziger des letzten Jahrhunderts wurde dieses Verfahren von dem Chirurgen und Osteopathen John E. Upledger wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.

Grundlage der Methode:

Grundlage der Craniosacral-Therapie ist die Annahme, dass die Schädelknochen auch im Erwachsenenalter nicht fest miteinander verbunden sind, sondern sich während des ganzen Lebens um Bruchteile von Millimetern gegeneinander bewegen können. Unabhängig von Herzschlag und Atmung soll sich diese Bewegung zwischen sechs und 14 Mal pro Minute wiederholen und die Flüssigkeit (Liquor), die Gehirn und Rückenmark umspült, pulsieren lassen. Das wiederum soll sich auf das Becken übertragen, das winzige, pendelnde Drehbewegungen vollführt. Nach der Lehre der Craniosacral-Therapie beeinträchtigen minimale Störungen in der Knochenstruktur des Schädels, der Wirbelsäule oder des Beckens diesen Craniosacral-Rhythmus.

Wie läuft eine Craniosacral-Therapie ab?

Craniosacral-Therapeuten gehen davon aus, dass sie die Wahrnehmungsfähigkeit ihrer Hände so weit trainieren können, dass sie minimale Veränderungen der blockierten Pendelbewegung erspüren und mit sanfter Berührung die Gewebespannungen lösen, die Durchblutung verbessern, die Beschwerden beheben und die Selbstheilung fördern können. Zur Behandlung legt der Therapeut seine Hände dort auf, wo er eine Blockierung des Rhythmus festgestellt hat und übt dort einen geringen Druck aus. Die Hände verbleiben so lange auf dieser Stelle bis eine Entspannung eintritt. Dieser Prozess wird an verschiedenen Stellen so lange wiederholt, bis der Therapeut das Gefühl hat, bei den Eigenbewegungen des Körpers Symmetrie in alle Richtungen zu spüren.

Bisher konnte die therapeutische Wirksamkeit der Craniosacral-Therapie wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Junge Frau bei einer Craniosacral-Therapie